Individuell geschliffene Dekorböden mit Terrazzocharakter

Terrazzo ist ein fugenloser Bodenbelag auf der Basis von Gesteinsbruch und einem Bindemittel. Die Herstellung eines traditionellen Terrazzobodens ist sehr aufwendig und damit teuer. Mithilfe moderner Werkstoffe lassen sich individuell geschliffene Dekorböden mit Terrazzocharakter schneller und damit günstiger herstellen.

Bereits in der griechischen und römischen Antike galten Terrazzoböden als besonders elegant und haltbar. Diese Böden fanden nicht nur in noblen Villen, Landgütern und Stadthäusern Anwendung, sondern aufgrund ihrer hohen Strapazierfähigkeit auch in Militärgebäuden. In unseren Breiten wurde diese Handwerkskunst erst zu Beginn des vorigen Jahrhunderts populär. Terrazzi wurden in Villen und gehobene Bürgerhäuser eingebaut, doch auch in Treppenhäusern, Küchen oder Bädern war der fugenlose, strapazierfähige und leicht zu reinigende Belag beliebt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verdrängten zunehmend billigere, industriell hergestellte Produkte wie Keramikfliesen, Teppichböden und PVC-Beläge die Terrazzoböden aus dem Massenmarkt.

Seit einiger Zeit erleben Terrazzoböden zusammen mit anderen direkt nutzbaren Estrichen jedoch eine Renaissance. Fugenlose Böden erobern insbesondere die moderne, großzügige Architektur, die auf Reduktion und Materialismus setzt.

Aufwendige klassische Verarbeitung

Die Verarbeitung eines klassischen Terrazzos ist sehr aufwendig. Traditionell handelt es sich bei einem Terrazzo um ein Nassestrichsystem, dem aus optischen Gründen Natursteinstücke beigemischt werden. Dabei kann es sich um Marmor, Kalkstein oder Dolomit in unterschiedlichen Korngrößen handeln. Durch Abschleifen der Estrichoberfläche bleiben diese Gesteinszuschläge sichtbar und sorgen für die typische Optik des Terrazzos. Außer mit ihrer attraktiven Optik punkten Terrazzoböden aber mit praktischen Vorteilen. So sind die Böden sehr strapazier- und tragfähig, nehmen kaum Wasser auf und sind enorm langlebig.

Ein großer Nachteil eines klassischen Terrazzos ist dagegen seine aufwendige Verarbeitung. Dieser wird vor Ort flüssig eingebracht und anschließend mittels Walzen mehrfach verdichtet. Nach einer längeren Trocknungsdauer sind meist mehrere Abschleif-Durchgänge erforderlich, bevor der Boden schließlich poliert werden kann. Diese aufwendige Verarbeitung bringt auf immer schneller fertigzustellenden Baustellen nicht nur Zeitprobleme mit sich, sondern verursacht bei den heutigen Lohnkosten auch einen Quadratmeterpreis, den nicht jeder Bauherr aufzuwenden bereit ist.

Fotos: Ardex

Wirtschaftliches Bodensystem

Mit modernen Systemen, die seit einiger Zeit angeboten werden, lassen sich terrazzoähnliche Dekorböden deutlich schneller und damit wirtschaftlicher einbringen. Im Vergleich zu herkömmlichen Terrazzoböden/-estrichen ermöglichen die modernen Systeme eine vergleichsweise schnelle und einfache Verarbeitung, da sie u.a. maschinell förderbar und pumpfähig sind und schneller abbinden. Nach dem Einbringen werden sie – ähnlich wie ein klassischer Terrazzo – mehrfach geschliffen, poliert und abschließend imprägniert. Vom Estrich bis zur fertigen Oberfläche in Terrazzooptik werden somit lediglich fünf Tage benötigt. Im Ergebnis bedeutet dies eine Zeitersparnis von bis zu sechs Wochen im Vergleich zu herkömmlichen Aufbauten. Diese Zeitersparnis macht die modernen Terrazzosysteme zu besonders wirtschaftlichen Lösungen. Flächenleistungen von ca. 120 Quadratmetern täglich sind möglich. Nach einer für Terrazzo revolutionär kurzen Trocknungszeit kann der Boden bereits 24 Stunden nach Einbau feingeschliffen werden. Ein speziell entwickelter Unterestrich ermöglicht, dass bereits einen Tag nach dem Einbau mit den eigentlichen Terrazzoarbeiten begonnen werden kann.

 

Ein Beispiel für ein modernes Terrazzosystem ist der geschliffene Design-Estrich „Pandomo TerrazzoPlus“, der vom Bauchemiehersteller Ardex angeboten wird. Das Produktsystem vereint die Vorteile des klassischen Terrazzobodens – wie Eleganz, extreme Beständigkeit und Langlebigkeit – mit einer hohen Wirtschaftlichkeit auf großen Flächen. Daneben bietet Ardex mit „Pandomo TerrazzoBasic“ ein Bodensystem an, das noch schneller – nämlich bereits nach vier Tagen – nutzbar ist. Das Material ist zudem äußerst spannungs-arm und geeignet für Warmwasser-Fußbodenheizungen. Im Verhältnis zum klassischen Terrazzoboden besticht dieses Bodensystem durch eine lebhaftere Struktur. Wo feinere Strukturen gewünscht sind, könnte „Pandomo TerrazzoMicro“ die richtige Wahl sein. Die Korngröße der Schmuckkörnung ist hier deutlich feiner; die Wirkung entsprechend homogener, ruhiger und vielleicht sogar einen Hauch edler. Die Akzentuierungen fallen dezenter aus, trotzdem bleibt der terrazzotypische Charakter erhalten.

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