Die Nacht zum Tag gemacht

Ein transparenter Überzug für kreative Wandgestaltungen verspricht einen besonderen Effekt. Das Material absorbiert Tages- und Kunstlicht und kann die aufgenommene Lichtenergie bei vollständiger Dunkelheit wieder abgeben.

Dem Verarbeiter sind dabei kaum Grenzen gesetzt, seine Ideen auf die Wand zu bringen und dieser so seine

eigene Handschrift zu verleihen.

Der Wunsch, sich durch eine individuelle Innenraumgestaltung abzuheben, ist nicht nur bei Laden- oder Restaurantbesitzern groß, sondern auch im privaten Bereich. Immer mehr Kunden sind auf der Suche nach einer effektvollen Wandgestaltung, wie sie nicht an jeder Ecke zu finden ist.

Nach Putzen, Spachtelmassen und Lasuren in allen erdenklichen Varianten waren es zuletzt Metallicbeschichtungen, die viele Wände in repräsentativen Bereichen zierten. Kaum eine Wandgestaltung kam in den letzten Jahren ohne Glimmer, Glanz und Glitter aus.

Zeit für neue Effekte also. Wie wäre es zum Beispiel mit Oberflächen, die sich mit den Lichtverhältnissen verändern, die bei Nacht beispielsweise einen Leuchteffekt erzeugen?

 

Mit einem neuen Kreativprodukt lässt sich die spektakulärste überirdische Lichtshow am arktischen Himmel in die heimischen vier Wände holen: das Polarlicht (in der nördlichen Hemisphäre auch Nordlicht oder wissenschaftlich Aurora borealis genannt). Lichter in einer Farbpalette aus Grün, Rosa und Violett verzaubern bei diesem Naturphänomen die dunkle Nacht.

Bilder: Meffert

Das Polarlicht für zuhause

Ein Effekt, der dem Polarlicht entlehnt ist, lässt sich mithilfe eines transparenten Ergänzungsprodukts erzielen, das bei Nacht leuchtet. „Aurora boreale“, wie der italienische Deko-System-Spezialist Giorgio Graesan die Produktinnovation in Anlehnung an das Polarlicht nennt, ist eine wässrige Acryldispersion mit Spezialpigmenten. Diese absorbiert Tages- und Kunstlicht und kann die aufgenommene Lichtenergie bei vollständiger Dunkelheit wieder abgeben, sodass ein besonderer Design-Effekt entsteht. Das Nachleuchten hält dann etwa sechs bis acht Stunden an. Selbstverständlich funktioniert das Effektprodukt nur, wenn eine regelmäßige Lichtquelle vorhanden ist, damit sich das Material immer wieder vollständig „aufladen“ kann. Im Idealfall sollte das Material Tageslicht „auftanken“, um in den dunklen (Abend-)Stunden seine besondere Wirkung entfalten zu können. Doch es geht auch anders: Wenn nicht genügend natürliches Tageslicht auf die Fläche fällt (z. B. in dunklen Bars oder Clubs) kann mit künstlichem ultraviolettem Licht nachgeholfen werden.

Der Untergrund bestimmt den Effekt

Generell kann die transparente Beschichtung auf vielen Untergründen zum Einsatz kommen. Dem Verarbeiter sind hier kaum Grenzen gesetzt, seine Ideen auf die Wand zu bringen und Aurora Boreale seine eigene Handschrift zu verleihen. Es ist nur wichtig, dass – wie bei allen Beschichtungen – der Untergrund tragfähig, fest, trocken und sauber ist und dafür gegebenenfalls fachgerecht vorbereitet wurde. Besonders gut kommt der Effekt aber auf einem pastösen Kreativputz auf Kalkbasis zur Geltung. Dieser bietet nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten, wie z. B. Steinimitationen oder Oberflächen mit floraler Anmutung. Der Kreativputz wird mit der venezianischen Glättekelle in nur einem Spachtelgang aufgetragen, dadurch entsteht eine polierte Steinoptik, die sich zunächst für den Leuchtüberzug nicht optimal eignet. Dies liegt daran, dass Aurora Boreale auf den glatten Flächen weniger prägnant leuchtet als in den Vertiefungen. Die Oberfläche braucht also Struktur. Kein Problem: Wird die Kalkputzoberfläche nach dem Auftrag mit einem Stupfwerkzeug bearbeitet, entstehen beispielsweise dreidimensionale Strukturen mit der Optik eines rauen Steins. Eine spezielle Kelle mit gewelltem Rand ergibt eine an Bambushalme erinnernde Struktur. Anschließend können nach Wunsch mit Farbe weitere Akzente gesetzt werden.

Bilder: Meffert

Bei Licht unsichtbar

Die Farbigkeit des Untergrundes wird durch die nachleuchtende Beschichtung nicht beeinträchtigt. Bei Tageslicht ist Aurora Boreale vollkommen transparent, allerdings kommt es auch auf die richtige Auftragsmenge an: Trägt der Anwender das Material zu dick auf, kann ein leicht milchiger weißer Film entstehen, der die Untergrundfarbe beeinflusst. Wieviel Material sollte also idealerweise aufgebracht werden? Die Auftragsmenge ist natürlich abhängig von der Untergrundbeschaffenheit. Soll eine große, glattere Fläche beschichtet oder sollen raue Steinadern partiell betont werden? Dem Einsatzzweck entsprechend kann auch die erforderliche Auftragsmenge variieren. Grundsätzlich sei Aurora Boreale aber zweimal dünn aufzutragen.

Aurora Boreale wird mit einem Pinsel oder Schwamm vorzugsweise auf strukturiertem Putz aufgetragen. Geht der Anwender anschließend noch mit einem sauberen, nassen Schwamm über die Fläche und trägt somit das Material auf den höherliegenden Stellen ab, wird der in der Dunkelheit erkennbare Kontrast zwischen glatten und rauen Flächen noch verstärkt. Wie intensiv das Polarlicht die Nacht erhellt, liegt also in den Händen des Verarbeiters.


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