Fußbodensanierung: Untergründe richtig beurteilen

Das mängelfreie Ergebnis einer Fußbodensanierung beginnt mit der Untergrundbeurteilung. Wir fassen für Sie zusammen, welche zehn Punkte vor einer Bodenverlegung wichtig sind.

 

Um schaden- und mängelfreie Bodenbelagsarbeiten bei einer Fußbodensanierung durchführen zu können, ist die Prüfung des Untergrundes im Vorfeld wichtig. Sie wird visuell auf der Oberfläche und innerhalb des Untergrundes selbst durchgeführt.

Feuchtigkeitsmessung

Vor der Belagsverlegung ist zu prüfen, ob der Untergrund für die Verlegung ausreichend trocken ist. Eine Feuchtemessung zur Bestimmung der Restfeuchte ist besonders wichtig, wenn der Estrich in einem Neubau oder bei einer Renovierung neu eingebracht wurde. Dabei ist die Feuchtemessung an der Stelle des Estrichs durchzuführen, von der angenommen werden kann, dass sie die höchsten Feuchtewerte aufweist. Die Probe wird gleichmäßig über die untere Hälfte der Estrichdicke entnommen. Die Feuchtemessung kann über eine CM-Messung erfolgen. Bei flächenbeheizten Fußbodenkonstruktionen wird der Feuchtegehalt an vorher vom Estrichleger markierten Stellen gemessen.

Foto: Uzin Utz


Sauberkeit

Vor der Verlegung muss die Estrichoberfläche auf Sauberkeit überprüft werden. Staub-, Farb-, Gips- und Mörtelreste sowie Klebstoff- und Spachtelmassenreste sind weitestgehend zu entfernen. Dies verhindert, dass die Festigkeit des Aufbaus beeinträchtigt wird und Wechselwirkungen, wie etwa Gerüche, ausgeschlossen sind. Hinweise auf solche Verschmutzungen können Flecken, Verfärbungen oder dunkle Schattierungen sein.

Ebenheit

Ob der Untergrund über die ausreichende Ebenheit zur Aufnahme eines Bodenbelags dient, lässt sich mithilfe eines Richtscheits und eines kleinen Prüfkeils feststellen. Dazu wird der Richtscheit auf den Boden gelegt und leicht gekippt. Scheint unter einigen Stellen Licht durch, befindet sich hier eine Unebenheit. Mit dem Keil kann festgestellt werden, wieviel Millimeter Unterschied hier vorliegen – sprich: wie die tief Welle im Boden an dieser Stelle ist. Die Anforderungen an die Ebenheit des Untergrundes sowie Prüfvorschriften beschreibt die DIN 18202 „Toleranzen im Hochbau; Bauwerke“.

Foto: Uzin Utz


Saugfähigkeit

Für die Verlegung von Bodenbelägen mit Dispersionsklebstoffen muss der Untergrund ausreichen und gleichmäßig saugfähig sein. Hierzu ist die Saugfähigkeit des Untergrundes mit dem Wassertropfentest zu prüfen. Bei textilen und elastischen Bodenbelägen wird eine gleichmäßige Saugfähigkeit durch Grundieren und Spachteln des Untergrunds erreicht.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Niedrige Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeiten verringern die Abbindegeschwindigkeit von Verlegewerkstoffen. Die Raumtemperatur sollte mindestens 18 Grad Celsius betragen, die relative Raumluftfeuchte zwischen 40 und 65 Prozent liegen, jedoch 75 Prozent nicht überschreiten. Der Auftraggeber muss dafür sorgen, dass diese Bedingungen mindestens drei Tage vor, während und sieben Tage nach der Verlegung eingehalten werden. Am Untergrund sollte die Temperatur über 15 Grad Celsius liegen. Bei beheizten Fußbodenkonstruktionen sollte sie drei Tage vor der Verlegung und noch sieben Tage danach zwischen 18 und 22 Grad Celsius liegen.

Foto: Uzin Utz


Rissfreiheit

Die Untergrundoberfläche ist optisch auf Risse zu prüfen. Eventuell vorhandene Risse müssen kraftschlüssig verschlossen werden.

Oberflächenfestigkeit

Die Festigkeit der Oberfläche von mineralischen Estrichen wird durch die Gitterritzprüfung geprüft. Hierzu wird ein Ritzdorn verwendet. Es darf dabei zu keinen tiefen Ritzspuren oder großflächigen Abplatzungen kommen, insbesondere nicht an den Kreuzungspunkten der Ritzlinien. Ein Estrich muss ein homogenes Gefüge mit gleicher Festigkeit auf der gesamten Oberfläche aufweisen. Durch das Abklopfen mit dem Hammer kann weitere, oberflächennahe Inhomogenität festgestellt werden.

Foto: Uzin Utz


Bewegungsfugen bei der Fußbodensanierung

Bewegungsfugen sind durch die gesamte Estrichdecke durchgehende Fugen. Ihre Aufgabe ist es, zwischen angrenzenden Bauteilen Bewegungen zuzulassen. Es muss geprüft werden, ob der Fugenverlauf gerade und gleichmäßig breit ist. Bewegungsfugen dürfen nicht vom Bodenbelag geschlossen und in gleicher Breite im Bodenbelag übernommen werden.

Randdämmstreifen

Randdämmstreifen sichern eine Fuge zu allen angrenzenden Bauteilen. Vor der Verlegung ist zu prüfen, ob ein Dämmstreifen lückenlos vorhanden ist. Bei neu verbauten Estrichen steht dieser in der Regel über den Estrichrand hinaus.

Es ist darauf zur achten, dass die Randdämmstreifen auf staubfreie Untergründe aufgebracht wurden und die Haftung nicht beeinträchtigt ist.

Bei Brandschutzanforderungen sind Randdämmstreifen aus Mineralwolle zu verwenden.

Foto: Uzin Utz


Höhenlage angrenzender Bauteile

Der Verleger muss vor der Verlegung prüfen, ob Höhenunterschiede zu anderen Bauteilen entstehen. Der Höhenversatz zwischen der zu belegenden Fläche und zum Beispiel Türanschlagsschienen darf nach der Verlegung maximal 1,5 Millimeter betragen. Größere Unterschiede in der Höhe müssen dann beispielsweise durch Spachteln ausgeglichen werden.


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